SQN Historie

Dabei hat SQN eine lange Geschichte:

Im Juni 1980 entstand auf der Isle of Man der weltweit erste wirklich tragbare Audiomischer in Rundfunk-Qualität, der legendäre SQN 3.

Seine Entwicklung begann allerdings rund 10 Jahre zuvor. In Soho, damals das Zentrum der Londoner Filmindustrie, wurde 1970 die Firma Document Film Services Ltd. gegründet. Das Unternehmen versorgte Dokumentarfilmer mit 16mm Ausrüstungen. Renommierte Kameraleute wie zum Beispiel Charles Stewart, Ernest Vincze, Ivan Strasburg oder auch Mike Fox setzten einst diese Ausrüstung überall auf der Welt ein.

Die Filmteams der Document Film Services Ltd. drehten damals einen Großteil der preisgekrönten Serie "Disappearing World", die von Granada Television in Auftrag gegeben wurde. Nach Abschluss des Drehs kamen die Teams zurück zur Document Film Services Ltd. Dort konnten sie dann die fünf Schnittplätze, ein Vorführraum, ein Negativ-Schnittplatz und eine Aufnahme- und Sprecherkabine nutzen, um ihre Filme zu bearbeiten. Als Aufnahmegerät verwendeten die Tonassistenten in vergangener Zeit den Nagra III der Firma Kudelski S.A. Der Nagra III war seinerzeit zuverlässiger als sein Nachfolger Nagra IV.

Etwa zur selben Zeit startete Kudelski S.A. den Verkauf eines Kleinrecorders. Fachleute munkelten, dass dessen Entwicklung nur einen Grund hatte: diverse Geheimdienste bei Überwachungen zu unterstützen. Viele Kunden kauften das neue Gerät damals auch vor allem in der Hoffnung, dass sich dadurch die Funkmikrofonverbindung ersetzen ließe, da diese im Vergleich zu heute sehr unzuverlässig arbeiteten. Weil dieser Nagra SN aber mit einer automatischen Ton-Level-Kontrolle arbeitete, galt er bei vielen als ungeeignet für professionellen Filmton. Auch eine Weiterentwicklung, der Nagra SMR, kam bei Document Film Services Ltd. nicht an. Allerdings ließen sich mit der SNN-Version des Nagra die Transportkosten um einiges reduzieren - bis zu diesem Zeitpunkt mussten Anwender ungefähr 50kg Gewicht für Aufnahmegerät plus Bänder und Batterien für einen Monat einrechnen. Und weil der für die "Disappearing World"-Serie zuständige Produzent Brian Moser ordentlich Druck machte, mussten die Verantwortlichen der Document Film Services Ltd. das Tonproblem irgendwie in den Griff bekommen. Sie lösten das Problem, indem sie sich entschieden, selbst eine Steuereinheit zu entwickeln. Zu diesem Zweck fragten sie Arthur Quinn um Rat. Der hatte das Unternehmen in der Vergangenheit schon einige Male zu Fragen der Elektronik beraten. Damals bereitete sich Brian Moser gerade auf einen Dreh in den Anden vor, und tatsächlich konnten die Entwickler noch rechtzeitig ein eigenes Gerät fertig stellen, das seinen Ansprüchen genügte: der SQN-1. Sein Name geht auf die lat. Bezeichnung für "unentbehrlich" zurück - "Sine Qua Non", denn ohne ihn ließ sich der Nagra SNN nicht verwenden. 

In den Anden herrschten sehr niedrige Temperaturen, und während es dadurch einige Probleme bei der Geschwindigkeitsbeständigkeit des SNN-Recorders gab, arbeitete der SQN-1 tadellos. Zudem ließ sich das Gewicht der Ausrüstung auf ganze 4kg reduzieren. Den Verantwortlichen bei Document Film Services Ltd. wurde schnell klar, dass künftig nicht nur für den eigenen Bedarf mehr SQN-1-Steuereinheiten gebraucht werden würden. Und so war ein neues Gewerbe geboren.

Schon bald danach verlangten die Filmemacher nach einem zweiten Eingangskanal. Ein solcher wurde möglich, indem die Entwickler einen Rahmen um den Recorder konstruierten, der einen zweiten Mikrofon-Verstärker aufnehmen konnte.

Nach mehreren Hürden und Jahren der Entwicklungsarbeit wurden die ersten funktionstüchtigen Exemplare des SQN-3Type M im Oktober 1980 auf der Photokina vorgestellt. Die ersten Mischer kamen im gleichen Jahr bei der Fußball Weltmeisterschaft in Spanien zum Einsatz. In Verbindung mit den ersten Sony Betacams wollte BBC eine professionelle, zuverlässige Lösung. So entstand der SQN-3 Type M.

Von diesem Zeitpunkt an nahm die Entwicklung ihren Lauf und fand mit dem SQN-4S mini und dem SQN-5S ihr Ende - vorerst!